Lösungswege Arbeiten Leistungen Person
Wir verbrauchen Ressourcen Tag ein, Tag aus
Das System der Selbstversorgung, Micro-Kraftwerke
und grünes Geld.
Mit bester Absicht schraubt die halbe industrialisierte Welt, millionenfach quecksilberhaltige Energiesparbirnen in Lampen und Fassungen - um Strom zu sparen natürlich. Doch so einfach ist es mit dem Sparen nicht. Es geht nicht nur um schnöden Strom.

Einmal ganz von Geldspareffekten abgesehen, geht es, sachlich genommen um CO2-Vermeidung, und emotional gesehen um die gute Tat - also um unser Gewissen. Es geht aber auch um globale Systeme, komplexe Zusammenhänge die kaum zu überschauen sind, und die Fragen die sich jeder Konsument irgendwann selbst stellen muss: Bin ich ein Weltverbesserer? Wie grün will ich sein? Was kann ich verändern? Es gibt unzählige Einzelstrategien, die allesamt versuchen den eigenen Umweltfrevel zu tilgen, oder zumindest teilweise. Doch welche Widrigkeiten sind es, die dem Wunsch entgegen stehen, die Welt zu verbessern?

Der erste Teil dieses Essays macht sich, mit einer Wahrnehmungsstudie ein Bild, über die Gemütslage des konsumorientierten Wohltäters, des durchschnittlichen Ökoverbrauchers. Dabei geht es hauptsächlich um das Thema Strom. Es werden fünf Widrigkeiten identifiziert, die die Konsumideale des Verbrauchers fortwährend torpedieren. Im zusammenfassenden, zweiten Teil folgen Rückschlüsse und alternative Vorschläge, die diese fünf Widrigkeiten lösen könnten. Und im dritten Teil, wird ein idealisiertes Versorgungssystem beschrieben, in dem sich der Durchschnittsbürger künftig selbst mit seinem eigenen Ökostrom versorgen kann. Mit der Folge, dass der selbst erzeugte Strom als Greencash, also grünes Geld, zu einer Art Parallelwährung in der Konsumwirtschaft wird.

 

EINS – WAHRNEHMUNG / Die fünf Widrigkeiten

I. Trügerische Effizienz 
Zunächst einmal wollen wir alle effizient sein und sparen. Dazu rüsten wir gerne unsere Elektroflotte, auf neue, effizientere Energiespargeräte um. Kühlschränke, Geschirrspülmaschinen, Fernsehapparate, Mixer, Föhne, Kaffeeautomaten. So sparen wir Strom. Das heißt, wir reduzieren unsere Energiekosten und helfen der Natur.

Dabei ist der allgemeine Energiespartrend gewiss nicht nur die reine Wohltat. Er trägt auch, wie später noch erläutert wird, eine Reihe negativer Folgen mit sich. Wie bei allen massentauglichen Ökotrends, versucht man mit dem Energiespargedanken, vor allem das Umweltgewissen zu erleichtern. Ein Ökotrend ist wie ein gemeinschaftlicher Gewissenskodex. Eine gesellschaftliche Vereinbarung, die alle auf das selbe Ziel einschwört. Selbstverständlich wollen wir unsere Umwelt schützen. Wir kaufen uns deshalb alle neue Energiespargeräte. So sparen wir Energie. Weil dadurch weniger Kohle und Gas verbrannt wird, tun wir damit etwas für das Klima. Und das ist schließlich gut. Prüft man jedoch diese gesellschaftliche Vereinbarung, ohne diesen Massentrend stoisch zu folgen, stellt sich die Frage, ob diese Art von Effizienz tatsächlich etwas erreicht? Und wenn ja, was genau?

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